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Minenfelder in Griechenland

indy media

Minenfelder in Griechenland, Geschichte, Aktuellelage und Minenopfer

1.Geschichte:

Nordgriechenland wurde während des Bürgerkrieges 1946-1949 sehr breitflächig vermimt. Diese Minenfelder, die mit Minen gegen Menschen bestückt waren, waren nicht kartografiert und wurden erst während der 70iger Jahre gesäubert - nachdem mehrere Jäger und BauerInnenn getötet worden waren.
Der "Kalte Krieg" und das Dogma "der Gefahr vom Norden" hat dafür gesorgt, dass die Minenfelder an die Bergdurchgänge der nördlichen Grenzen zu Jugolsawien und Bulgarien ausgelegt wurden. Bis Ende der 90 wurden auch diese Minenfelder gesäubert, nachdem mehrere, meistens Flüchtlinge, durch diese getötet worden waren.

Diese Minenfelder waren ganz unsichtbar, da ihre Markierungen im Laufe der Jahre zerstört wurden und die Bäume und Büsche sie versteckten. Nach 1974 und der Zypernaffäre wurde die Gefahr zu einer "aus dem Osten", so dass die Ostgrenzen Griechenlands diesmal vermimt wurden. Auf den Inseln im Osten Griechenlands wurden die Minenfelder bis 1978 wieder gesäubert,nachdem sie das Leben viele Bewohner gekostet hatten. An der Grenze zur Türkei existieren sie noch heute.

2.Aktuelle lage:

Griechenland hat die Otawa Erklärung von 1997 unterschrieben, über das Verbot von Minen gegen Menschen. Im Jahr 2002 hat das Parlament das bestätigt. Trotzdem hat Griechenland heute noch Minenfelder entlag des Flusses Evros. 2003 wurde die Säuberungsaktion entlang des Flusses angefangen, sie geht sehr langsam vorwärts, da die Minenfelder gemischt sind (zusammen mit Panzerminen) und die Witterungsbedingungen(schwerer Winter und Überflutung des Flusses) die Arbeit immer wieder behindert.


Die jährlich staatfindenden Überflutungen vom Evros bringen immer neue Gefahren, weil sie die leichten Minen mitreissen,m wegschwemmen und sie außerhalb der Minnefelder ablegen, so werden sie entlang des ganzen Flusses verteilt. Griechenland hat bis zum Jahr 2008 übernommen alle Minenfelder mit Minen gegen Menschen zu räumen und nur solche mit Minen gegen Panzer ... etc. noch zu lassen. Nach Einschätzungen des Militärs dauern die Räumungen bis 2011, also drei Jahre vor den von der Otawa ...gegebenen Grenze 2014.
Das Militär vermeidet genaue Angaben zu Mengen der Minen und den Zustand der Minenfelder in Evros.
Im Februar 2001 haben griechische Offiziere die Angaben von 1,5 Millionen Minen gegen Menschen als zu hoch eingeschätzt. Im März 2002 weigerten sich Beamte gehobener Position des Außenministeriums eine Zahl zu benenen und eine Untersuchung des Parlaments, die nicht öffentlich gemacht wurde, sagte, das Griechenland 2,5 millionnen Minen gegen Menschen noch besitzt. 2001 kam heraus, das Griechenland 18.000 DU (Uran-Minen) besitzt, die natürlich gegen Waffen sind, aber eine Explosion ist eine grosse Gefahr für die Bevölkerung. 2003 haben Griechenland und die Türkei einen Vertag unterschrieben - für die gegenseitige Abschaffung der Minenfelder an den jeweiligen Grenzen. Die Türkei besitzt keine Minenfelder auf ihrer Seite des Evros Flusses. Trotzdem hat Griechenland im Jahr 2004 von Deutschland 20 Spezialfahrzeuge gekauft - vom Typ "Scorpion", die sehr schnell Minen verteilen können und lässt innerhalb kürzester Zeit Minenfelder entstehen, die nicht kartografiert werden und deswegen sehr schwer dann geräumt werden können.
Ergänzend dazu hat das griechische Militär Interesse für den Kauf von intelligenten synthetischen Minen gegen Menschen geäußert, die sehr schwer entdeckt werden können und erst nach 10 Jahre in der Erde sich selbst zerstören. So können wir sagen, dass im fall einer griechisch -türkischen Krise wieder Minenfelder gegen Menschen schnell entsehen werden.

In Evros befinden sich die Minenfelder nicht auf die Grenze, sondern in einem Abstand von ein paar hundert Meter. Da wo der Fluss nicht die Grenze ist, werden die Grenzen durch Pfälle gekennzeichnet und von einem Graben, der einen Meter tief ist und durch kleine Pfeiler, die alle paar Meter beidseitig stehen. Auf beiden Seiten der Straße befinden sich Militärwege für die Kommunikation der Grenzsoldaten. Danach gibt es Felder und erst danach Minenfelder, die mit dünnem Stacheldraht umzäunt sind und die bekannte "Totenköpfe-Markierung" haben. Die Minenfelder werden alle 500 bis 1000 Meter von einem schmallen Weg unterbrochen, der den Eingang zu der verbotenen Zone verbindet und parallel zu den Grenzgraben verläuft, da kommt man nur rein mit Erlaubnis des Militärs.

3.Opfer:

Die Flüchtlinge kommen meistens nachts an die Grenzen - in geschlossenen Lkws. Ihre Fluchthelfer zeigen ihnen die Richtung und sagen, dass da Italien wäre. Die Menschen glauben es, da sie seit Wochen eingesperrt sind und die Orientierung verloren haben. Sie durchqueren den Graben der Grenze, sehen die Grenzlichter und die Autolichter der Militärautos und sie haben Angst und versuchen lieber durch die Zäune zu laufen. Da werden sie getötet von mimen. 2005 sind 6 Flüchtlinge durch Minen getötet worden und etwa 20 verletzt. 2004 würden von offizieller Seite 8 Tote gezählt und 9 Verletzte.
2003 ?11 Tote und 5 Schwerverletzte.
Seit 1990 sind beim Evros 74 Menschen von Minen getötet worden und 180 schwerverletzt.
Seit 1950, seitdem Minenfelder geschaffen wurden, starben über 30 Menschen - Militärs und Mitarbeiter. Viele Unfälle haben nie das Licht der Öffentlichkeit erreicht, also könnten die Zahlen niedriger als die reale Zahlen liegen. Die Flüchtlinge, die im Evros festgenommen werden, werden, wenn sie Glück haben, in die Lager gebracht, sonst werden sie in den Polizeiwachen engesspert und zweimal im Monat werden sie "zurückgeschickt", also illegal vom Miltär und der Polizei wieder in die Türkei geschickt. Die Minenopfer, die verletzt wurden, werden erst hospitalisiert und dann abgeschoben, meistens in ihre Heimatländer, ohne jemals für den zugefügten Schaden eine Entschädigung zu bekommen. Ein türkischer Bürger hat den griechischen Staat angezeigt, nachdem er beide Beine 2004 in einer Minenexplosion an der griechisch-türkische Grenze verloren hat, als er "aus versehen" in ein Minenfeld eintrat. Sein Anwalt sagt, das Griechenland - als EU Mitglied - keine Minen gegen Menschen besitzen dürfte.