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Europäisches Sozialforum
in Athen 2006


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Kein ruhiges Hinterland! - Proteste beim ESP

08.05.2006

indy media

Massive Proteste beim Sozial Forum in Griechenland. Polizei setzt Tränengas und Hubschrauber gegen DemonstrantInnen ein.

Vom 4. bis 7. Mai 2006 stand in der griechischen Haupstadt das vierte europäische Sozialforum stand. Hier wurden vor allem über arbeitspolitische Fragen und Rassismus diskutiert, aber auch die US-Politik insbesondere im Irak und der Iran-Konflikt.

Mehrere linke und linksradikale Gruppen haben anlässlich dazu zu mehreren Protestmärschen aufgerufen.
Um den Tagungsort und die amerikanische Botschaft zu schützen wurden 8.000 griechische Sicherheitskräfte eingesetzt. Darüber hinaus wurden Hubschrauber zur Überwachung der Demonstrationen eingesetzt.

Sie standen allerdings einer deutlich größeren Anzahl von DemonstrantInnen gegenüber (10.000).

Am Samstag eskalierte dann die Situation, als die Polizei versuchte eine Demonstrantion aufzuhalten. Es kam nun in weiten Teilen der Athener Innenstadt zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und den ProtestteilnehmerInnen. Dabei wurden mehrere Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt, sowie Filialen namentlich bekannter Grosskonzerne und die britische Botschaft. Die Staatsmacht setzte dagegen ihre Schlagstöcke und Tränengas ein.

Laut Polizeiangaben wurden 20 DemostrantInnen verhaftet. Ein Demostrant lieg nach einem massiven Schlagstockeinsatz von griechischen Beamten immernoch im Krankenhaus. Auf Seiten der Polizei soll es nur einen Verletzten geben.

Die Strassen Athens waren grösstenteils leer und die Geschäfte waren geschlossen. In Griechenland kommt es regelmäßig, wie zuletzt beim Besuch der US-Außenministerin Condoleezza Rice am 26. April, zu Ausschreitungen zwischen Linksradikalen Gruppen und der Polizei.

Gerade in den letzten Jahren har die Repression gegen die Linke in Griechenland stark zugenommen. Wie in den vergangenen Jahren zuvor wurden auch beim diesjährigen europäischen Sozialforum mehrere AktivistInnen „vorsorglich“ verhaftet. Auch oder gerade deswegen nehmen aber die Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit, sowie gegen die Festung Europa und die aggresive US-Politik nicht ab.