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Berlin online, 11.05.2005, 10:18 Uhr

Autonome besetzen vorübergehend Athener Hochschule

Demonstranten halten rund einhundert Menschen fest

Griechische Autonome haben rund einhundert Menschen sechs Stunden lang in der technischen Universität von Athen festgehalten, unter ihnen zwei ehemalige Minister. Am Morgen verließen die etwa 50 Besetzer das Polytechnikum, wie die Polizei mitteilte. Die Auseinandersetzungen hatten am Dienstagabend begonnen, als der frühere Verkehrsminister Christos Verelis und Ex-Kulturminister Evangelos Venizelos zu einer Buchvorstellung an der Hochschule ankamen.

Die autonome Gruppe griff dabei nach Polizeiangaben die Leibwächter der früheren Minister an und beschädigte die Autos der beiden Politiker. Ein Polizist schoss daraufhin und verletzte einen 28-jährigen Autonomen am Fuß. Die Demonstranten setzten daraufhin die rund einhundert Menschen in einem Hörsaal der Universität fest.

Laut einer über die Nachrichtenagentur ANA verbreiteten Erklärung protestierte die Gruppe mit dem Namen "Anarchistische Genossen des Polytechnikums" damit gegen die Anwesenheit bewaffneter Polizisten und den Einsatz von Schusswaffen an der Hochschule. Die Leitung der Universität handelte in den folgenden Stunden den Abzug der Polizisten aus dem Gebäude aus. Sie stützte sich auf einen Passus der griechischen Gesetzgebung, der Polizeieinsätze an der Hochschule verbietet.

Das Gesetz wurde in Erinnerung an die blutige Unterdrückung der Studentenrevolte im Polytechnikum im November 1973 durch die damals regierende Militärjunta erlassen. Die Revolte leitete den Sturz des Obristenregimes im Sommer 1974 ein.