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Heißer Empfang für Rice

Demonstration und Teppich aus Tausenden roten Fahnen

Von Heike Schrader,Athen

Am Dienstagmorgen war US-Außenministerin Condoleezza Rice in Athen eingetroffen. Empfangen wurde sie mit der Forderung »Rice go home« auf einem riesigen Transparant auf einer Halle gegenüber der Botschaft ihres Landes im Zentrum der griechischen Hauptstadt. Und von Tausenden roten Fahnen bei Demonstrationen im Laufe des Tages. Die Proteste galten insbesondere den massiven Drohungen der USA, gegen den Iran auch militärisch vorzugehen – womöglich im Rahmen einer von Rice ins Gespräch gebrachten neuen »Koalition der Willigen«.

Zu den Aktionen aufgerufen hatten die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) und Globalisierungsgegner. Auf zwei getrennten Kundgebungen forderten Tausende Anhänger der KKE und des griechischen Sozialforums die Regierung in Athen auf, im Falle eines Angriffs auf Iran die US-Militärbasis auf Kreta, die Seewege und den gesamten griechischen Luftraum für alle an der Aggression Beteiligten zu sperren. »Weder Boden noch Wasser für die Völkermörder« lautete auch das Motto der KKE-Demonstration.

Zu Auseinandersetzungen mit einem massiven, martialisch ausgerüsteten Polizeiaufgebot kam es, nachdem aus dem Demonstrationszug des Sozialforums Molotowcocktails geflogen waren. Mehrfach waren die Demonstranten zuvor umgeleitet und behindert worden. Der KKE-Zug bewegte sich über Stunden durch die Innenstadt und war immer wieder mit Polizeiblockaden konfrontiert.

Bereits seit dem Abend des orthodoxen Ostermontags befand sich die griechische Hauptstadt im Ausnahmezustand. Insgesamt 5000 Polizisten waren aufgeboten, den Besuch des »amerikanischen Kriegsfalken« zu schützen. Rund um das Hotel und die Besuchsziele der US-Außenministerin wurden nicht nur die Straßen gesperrt und alle geparkten Fahrzeuge entfernt, sondern auch Scharfschützen auf den Dächern postiert.

Während Tausende demonstrierten, traf sich Ministerin Rice mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis sowie ihrer griechischen Kollegin Dora Bakojannis. Dabei soll über Zypern ebenso gesprochen worden sein wie über das Verhältnis Griechenlands zum iranischen Atomprogramm und eine mögliche Beteiligung Griechenlands in einer neuen »Koalition der Willigen« gegen den Iran. Zwar könnte sich keine griechische Regierung eine direkte Beteiligung an einem Militärschlag gegen den Iran leisten, doch erwarten die USA, daß Griechenland als derzeitiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat einer Militärintervention zustimmt sowie nichts gegen die Nutzung der US-Basis in der Souda-Bucht auf der Insel Kreta unternimmt.