Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum in Athen 2006
MAIL
|
Heißer Empfang für Rice
Demonstration und Teppich aus Tausenden roten Fahnen
Von Heike Schrader,Athen
Am Dienstagmorgen
war US-Außenministerin Condoleezza Rice
in Athen eingetroffen. Empfangen wurde sie mit der Forderung »Rice go home«
auf einem riesigen Transparant auf einer
Halle gegenüber der Botschaft ihres Landes im Zentrum der griechischen
Hauptstadt. Und von Tausenden roten Fahnen bei Demonstrationen im
Laufe des Tages. Die Proteste galten insbesondere den massiven Drohungen
der USA, gegen den Iran auch militärisch vorzugehen – womöglich
im Rahmen einer von Rice ins Gespräch
gebrachten neuen »Koalition der Willigen«.
Zu den Aktionen aufgerufen hatten die Kommunistische Partei Griechenlands
(KKE) und Globalisierungsgegner. Auf zwei getrennten Kundgebungen
forderten Tausende Anhänger der KKE und des griechischen Sozialforums
die Regierung in Athen auf, im Falle eines Angriffs auf Iran die
US-Militärbasis auf Kreta, die Seewege und den gesamten griechischen
Luftraum für alle an der Aggression Beteiligten zu sperren. »Weder
Boden noch Wasser für die Völkermörder« lautete auch das Motto der
KKE-Demonstration.
Zu Auseinandersetzungen mit einem massiven, martialisch ausgerüsteten
Polizeiaufgebot kam es, nachdem aus dem Demonstrationszug des Sozialforums
Molotowcocktails geflogen waren. Mehrfach waren die Demonstranten
zuvor umgeleitet und behindert worden. Der KKE-Zug
bewegte sich über Stunden durch die Innenstadt und war immer wieder
mit Polizeiblockaden konfrontiert.
Bereits seit dem Abend des orthodoxen Ostermontags befand sich die
griechische Hauptstadt im Ausnahmezustand. Insgesamt 5000 Polizisten
waren aufgeboten, den Besuch des »amerikanischen Kriegsfalken« zu
schützen. Rund um das Hotel und die Besuchsziele der US-Außenministerin
wurden nicht nur die Straßen gesperrt und alle geparkten Fahrzeuge
entfernt, sondern auch Scharfschützen auf den Dächern postiert.
Während Tausende demonstrierten, traf sich Ministerin Rice
mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas
Karamanlis sowie ihrer griechischen Kollegin Dora Bakojannis.
Dabei soll über Zypern ebenso gesprochen worden sein wie über das
Verhältnis Griechenlands zum iranischen Atomprogramm und eine mögliche
Beteiligung Griechenlands in einer neuen »Koalition der Willigen«
gegen den Iran. Zwar könnte sich keine griechische Regierung eine
direkte Beteiligung an einem Militärschlag gegen den Iran leisten,
doch erwarten die USA, daß Griechenland als derzeitiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat
einer Militärintervention zustimmt sowie nichts gegen die Nutzung
der US-Basis in der Souda-Bucht auf der
Insel Kreta unternimmt.
|