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angehörigeninfo- 26.10.2004

 

Und hier noch ein Bericht über den Hungerstreik selbst

Seit Wochen Kampf gegen Isolationshaft und unterirdische Zellen

Seit Wochen protestieren bisher sechs Mit­glieder der griechischen "Revolutionären Organisation 17. November" mit einem Hungerstreik gegen ihre Haftbedingungen.

Am 9. August nahm als erster Vasilis Tzortzatos den Hungerstreik auf. Nach 43 Tagen brach er ihn ab.

Am 18. September ging Dimitris Koufontinas in den Hunger­streik, ihm folgte eine Woche (25.9.) später Christodoulos Xiros .

Wieder eine Woche später (2.10.) schloss sich Iraklis Kostaris an.

Am 7. Oktober musste Dimitris Koufontinas wegen ernsthafter Gesundheit­sprobleme ins Krankenhaus gebracht werden.

Daraufhin gingen auch Savas und Vasilis Xiros am 9. Oktober in den Hungerstreik.

Inzwischen schloss sich auch ein Mitglied einer anderen Stadtguerillagruppe dem Hungerstreik an:

Seit dem 11. Oktober verweigert auch Christos Tsigaridas das Essen. Tsigaridas wurde als Mitglied der ELA zu 25 Jahren verurteilt.

Die Hungerstreikenden verweigern das Essen und nehmen auch keine Vitamine o.ä . zu sich. Sie trinken ausschließlich Wasser, solange sie dazu in der Lage sind.

Die 17N-Mitglieder werden unter speziellen Sonderhaftbedingungen im Gefäng­nis von Koridallou in unterirdischen Zel­len gefangen gehalten. Die Bedingungen im 16. Flügel des Gefängnisses, der ausschließlich für sie reserviert ist, sind ähn­lich wie die in den bekannten "Weißen Zellen" in Deutschland, wie das Solidaritätskomitee erklärt. Die Gefangenen werden von anderen Gefangenen isoliert. Ihre Zellen sind fensterlos, Besuche sind nur Angehörigen gestattet.

Der Hofgang der 17N­ Gefangenen erfolgt in einem nur 50 Quadratmeter großen Innenhof mit einem Dach aus blickdichtem Maschendraht. Sie haben kein Tageslicht, sagte Diminitris Koufodi­nas der Zeitung "Ta Nea ".

Er und die an­deren Hungerstreikenden wurden im De­zember 2003 wegen 13 Attentaten verur­teilt. Insgesamt 15 Mitglieder des 17. Novembers verbüßen Haftstrafen zwischen acht Jahren und lebenslänglich. Im Inter­view machte Diminitris Koufodinas ausländische Geheimdienste für ihre erniedrigende Behandlung im Gefängnis verantwortlich. Die Mitglieder des 17. Novembers haben seit 1975 insgesamt 23 Attentate und mehrere Dutzend Bombenanschläge verübt.

Zu den Opfern gehörten vier US­Vertreter in Griechenland, zwei türkische Diplomaten und ein britischer Militärattache.

In der Vergangenheit hatten sich die Ge­fangenen und ihre Anwälte beim griechi­schen Justizminister, dem Bürgeranwalt des Landes und auch beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschwert und Eingaben gemacht. Am 3. September besichtete der griechische Justizminister das Gefängnis. Deswegen wurde für weni­ge Tage ein Stück der zehn Meter hohen Mauer des Hofes entfernt. Durch dieses "Fenster" konnten die Gefangenen erst­mals seit Jahren ein Stück Himmel sehen. Kurz darauf wurde die Lücke jedoch wieder mit Stahlblechen verschlossen. Eine Verbesserungen der Haftbedingungen brachte alle Eingaben nicht.

Deswegen nahmen sie vor vier Wochen die Hungerstreikkette auf. Jede Woche will sich nun ein weiterer Gefangener dem Hungerstreik anschließen.

Der Gesundheitszustand von Savas Xiros ist seit seiner Verhaftung kritisch, da eine Bombe in seinen Händen explodierte. Mehr tot als lebendig wurde er verhört und wie seine Frau Alicia Romero schrieb, unter Drogen gesetzt, damit er Informationen preisgibt. Durch die Behandlung verlor er mehr als 90% seines Augenlichts. Außerdem ist er auf einem Ohr taub.

Dimitris Koufontinas wurde inzwischen angedroht, ihn zwangszuernähren , damit er seinen Hungerstreik abbricht.

Aus Griechenland wird berichtet, dass in verschiedenen Städten Solidaritätsaktionen stattfinden und demonstriert wird.

So Oder So - die Libertad!-Zeitung