Veranstaltung
Prozess gegen ELA
Prozess gegen 17.November
Haftbedingungen
Solidarität
Staat&Repression
Presse
Erklärungen
Fotos und Plakate
Hintergrund
Aktuelles
Europäisches Sozialforum
in Athen 2006


MAIL

Angehörigen Info Nr. 291- 26.10.2004

Ein Stück Himmel erkämpft

Hungerstreik der politischen Gefangenen nach Teilerfolg beendet

Mit der Aussicht auf weitere Verbesserun­gen ihrer Haftbedingungen beendeten sie­ben der acht hungerstreikenden politischen Gefangenen in Griechenland am Montag ihre Protestaktion. Zuvor waren auf An­weisung des griechischen Justizministers das Dach und der obere Teil der Mauer des Hofes entfernt worden, auf dem die Gefan­genen ihren "Freigang" durchführen. Stell­vertretend für alle erklärte Dimitris Kou­fontinas das Ende des Hungerstreiks nach 31 Tagen mit ersten Anzeichen für das Ein­lenken des Justizministeriums: "Mit der Hilfe all derer, die solidarisch zu uns stan­den, haben wir dem griechischen Volk die Wahrheit über die Haftbedingungen der po­litischen Gefangenen vor Augen geführt."

Seit Beginn des Hungerstreikes am 18. September hatte die Linke in Griechenland fast täglich auf die Situation der politischen Gefangenen aufmerksam gemacht. Die Bandbreite der Aktionen reichte von Kund­gebungen und Demonstrationen in mehre­ren Städten des Landes über Parolen auf Hauswänden und Bussen des öffentlichen

Nahverkehrs bis hin zu Attacken mit Mo­lotow-Brandsätzen gegen Banken und Ein­richtungen des griechischen Staates.

In den letzten Tagen, als der Zustand ei­niger Hungerstreikenden kritisch wurde, mehrten sich auch kritische Stimmen aus dem bürgerlich-demokratischen Spektrum. Sprecher der linken Oppositionsparteien, Intellektuelle sowie die Anwaltskammer Athens bezeichneten die "Sonderhaftbedingungen" für die politischen Gefangenen als unmenschlich und unvereinbar mit dem Gesetz. In einer öffentlichen Erklärung wei­gerte sich die Ärztekammer Athens, der Forderung der Staatsanwaltschaft nach Zwangsernährung der ins Krankenhaus eingelieferten Gefangenen nachzukom­men.

Für Gianna Koutrovik, Anwältin von Di­mitris Koufontinas, reichen die jetzigen Zu­geständnisse des Justizministers nicht aus: "Die wichtigste Forderung nach Aufhe­bung der Isolation der Gefangenen wurde nicht erfüllt".

Die in mittlerweile fünf Gefängnissen zur Verbesserung der Haftbedingungen und aus Solidarität mit den "Politischen" be­gonnenen Proteste dauern an.

 

Heike Schrader, Athen ­