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in Athen 2006


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Politische Gefangene in Hungerstreik getreten

Am 17.9. , wurde auf der Mauer des Gerichtsgebäudes, der weißen Zellen des Koridalos-Gefängnisses ein doppelter Zaun angebracht, so dass für die vermeintlichen Mitglieder des "17. November"-Guerilla Gruppe der Horizont nicht mehr sichtbar ist. Sie weigerten sich in einen anderen Flügel des Gefängnisses verlegt zu werden und wurden in ihre Zellen zurück gedrängt.
Am 18.9. beschlossen sie den äußersten Weg des Protests einzuschlagen: sie würden in Hungerstreik treten, einer nach dem anderen, jeden Samstag eineR. Da es das Gericht verpaßte, ein politisches Verfahren einzuleiten, forderten sie nur, dass man sie wie jeden anderen Insassen nach dem Strafgesetzbuch behandeln sollte und sie nicht mehr in diesen grauen Gräbern zu isolieren mit Kommuniktionsrestriktionen, sogar mit ihren Anwälten.
Der Zustand der politischen Gefangenen ist sehr ernst und es gibt viele Proteste gegen die speziellen Haftbedingungen doch der griechische Staat stellt sich immer noch taub.

Sie wurden von der Anti-Terrorismus Einheit für viele Tage isoliert und es war ihnen nicht erlaubt ihre Anwälte zu kontaktieren, wurden schickaniert, bedroht und manchmal sogar geschlagen. Es wurde ihnen auch abgefülltes Wasser, Saft und Kaffee mit seltsamem Geschmack gegeben, was ihnen starke Kopfschmerzen bereitete, sie verloren teilweise das Gedächtnis und auch Sorgen und Panikattacken verursachten einen schwachen Willen. Die meisten von ihnen wurden dazu gezwungen vorgefertigte Aussagen zu unterschreiben, einige wurden länger als 40 Stunden wach gehalten indem sie bedroht oder verhört wurden, während das gerichtliche Grundsätze wie: "schuldig bis zur bewiesenen Unschuld" und "durch Schuld kann keine andere Schuld bewiesen werden" wurden nicht ernst genommen.

Savvas Xiros wurde schwer verletzt mehrere Tage in einem Krankenhaus festgehalten ohne Chance seinen Anwalt oder seine Verwandten zu kontaktieren (der sich damit abfinden musste, dass er seine Profession nicht ausüben durfte), er wurde beobachtet, gefoltert und verhört. Vasilis Tzortzatos wurde überall brutal geschlagen und musste sich ausziehen; es wurden ihm auch über mehrere Monate Pillen verabreicht. Von den 2,5 mē großen Zellen der Anti-Terrorismus Einheit wurden sie in einen speziellen Flügel des Koridalos-Gefängnisses verlegt. Dort, im Isolationstrakt wurden sie in eine feuchte und faulig riechende 10mē-Zelle gesperrt, außer, wenn sie im "Hof" spazieren gehen konnten, einem 40 mē großen, 10 m tiefen Loch. Es wird ihnen nicht erlaubt an Workshops teilzunehmen oder in die Bücherei zu gehen und wenn es keine Reaktionen gegeben hätte (von außerhalb und innerhalb des Gefängnisses) hätte man ihnen nur gestattet einzeln in den "Hof" zu gehen.

Nach dem Appell sollen die politischen Gefangenen in einen spezialen Flügel des Larissa-Gefängnisses verlegt werden, der für "Terroristen" reserviert ist (wen immer man mit dieser Bezeichnung definiert). Dort herrschen nicht nur schlechtere Haftbedingungen sondern dort werden sie auch weit von ihren Anwälten, Freunden und Familien entfernt sein.


http://www.indymedia.org/pt/2004/10/111978.shtml