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in Athen 2006


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113. + 114. Verhandlungstag, Montag, 10. Juli + Dienstag 11. Juli 2006

An den beiden Tagen geht es lediglich um die Anerkennung der Gutachten. Die Staatsanwaltschaft plädiert auf die vorbehaltlose Zulassung aller Gutachten, die Verteidigung wiederholt und begründet ihre Einsprüche. Die Richter entscheiden, alle Gutachten als Beweismittel zuzulassen.

115. Verhandlungstag, Mittwoch, 12. Juli 2006

Die Verteidigung von Tzortzatos legt Einspruch gegen die Verwendung von drei Seiten mit Notizen und elektronischen Diagrammen ein. Die Seiten sind angeblich in der konspirativen Wohnung gefunden worden. Die Verteidigung wendet dagegen ein, dass die Papiere auf keinem Foto aus der konspirativen Wohnung abgebildet sind. (Alle dort gefunden Objekte waren am Fundort von Beamten fotografiert worden.) Dem Gericht liegen nur Kopien der Papiere vor. Die Verteidigung will die Originale, um anhand einer grafologischen Untersuchung feststellen zu lassen, ob es sich überhaupt um Notizen von Tzortzatos handelt.

Die Verteidigung von Papanastasiou weist darauf hin, dass ihr Mandant durch ein vom Gericht bereits anerkanntes Dokument entlastet wird. In diesem Dokument heißt es, dass ein Taschenkalender, der unter anderem Einträge von Papanastasiou enthält, bei einer Durchsuchung in dessen Wohnung gefunden wurde. Beim Urteil in erster Instanz war als Beweis für ein Schuld von Papanastasiou angeführt worden, dass der Kalender in einer konspirativen Wohnung gefunden wurde.

Weiter wird ein Grafologe befragt, der genau wie im ersten Prozess Handschriften auf einigen in einer konspirativen Wohnung gefundenen Schriftstücke A. Giotopoulos, V. Tzortzatos, P. Tselentis und N. Papanastasiou zuordnet.

116. Verhandlungstag, Donnerstag, 13. Juli 2006

Aus Protest gegen die jüngsten Massaker des israelischen Staates im Gazastreifen verlassen D. Koufodinas und Ch. Xiros für heute den Gerichtssaal. Da sie sich auch nicht von ihren Anwälten vertreten lassen, wird die Sitzung auf morgen verschoben.

Hier die kurzen Erklärungen der Protestierenden:

D. Koufodinas: "Herr Vorsitzender, als Zeichen des Protestes gegen die naziartigen Massaker gegen Unbewaffnete und die Verletzung jeglichen Internationalen Rechtes in Palästina, verlasse ich für heute das Gericht und lasse mich auch nicht anwaltlich vertreten."

Ch. Xiros: "Dem schließe ich mich an, Frau Staatsanwältin. Ich möchte lediglich einige Anmerkungen zu dem sogenannten Internationalen Recht machen, das einerseits das Abschlachten Unbewaffneter als Kollateralschäden bezeichnet und andererseits, wenn eine Befreiungsorganisation einen Soldaten der Besatzungsmacht entführt, dann wird dieser vom sogenannten Internationalen Recht als Geisel bezeichnet. Auch ich verlassen natürlich den Gerichtssaal als Zeichen des Protestes und lasse keine anwaltliche Vertretung für heute zu."

117. Verhandlungstag, Freitag, 14. Juli 2006

Der Zeuge Menexis, Polizeibeamter bei der Sicherheit sagt aus, dass der von A. Giotopoulos benutzte Ausweis auf den Namen Michail Oikonomou gefälscht sei. Die bei der Fälschung benutzten Stempel, sowie die Unterschriften der Dienststelle entsprächen Stempeln und Unterschriften, die in einer konspirativen Wohnung der Organisation gefunden worden seien.

Ein weiterer Zeuge sagt aus, dass Schlüssel, die Giotopoulos zugeordnet werden, zu den Türen einer konspirativen Wohnung gepasst hätten. Obwohl die Schlüssel angeblich bei der Verhaftung von Giotopoulos gefunden wurden, war der Polizeibericht darüber, dass die Schlüssel zu einer konspirativen Wohnung gehören, erst Monate nach Eröffnung des ersten Prozesses vorgelegt worden. Ganz abgesehen davon, dass damit unterstellt wird, dass Giotopoulos die Schlüssel zu einer konspirativen Wohnung nach dem missglückten Anschlag im Hafen von Piräus und der Verhaftung von Savvas Xiros wochenlang seelenruhig in seiner Wohnung liegen gelassen hat...