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in Athen 2006


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Bericht von Petros Yiotis (kontra)

15. Prozesstag, 19.01.2006

Wo werden die Entscheidungen getroffen, im Gericht oder anderswo? Diese Frage wurde dem Gericht am Anfang der heutigen Sitzung von Yianna Kourtovic gestellt, in Bezug auf die Einsetzung von Pflichtverteidigern für Alexandros Yiotopoulos. Das Gericht habe die Anwälte von einer jährlichen Liste der Anwälte-Vereinigung in Athen ausgewählt, ohne die Einwände der Verteidigung zu beachten, dass das Gesetz geändert worden sei und jetzt eine monatliche und wöchentliche Liste veröffentlicht würde, von der die Anwälte in alphabetischer Reihenfolge ernannt werden müssten. Yianna Kourtovic legte eine Antwort der Anwälte-Vereinigung auf ihre diesbezügliche Anfrage als Beweisstück vor. Darin heißt es, dass es eine jährliche Liste von Anwälten gäbe, die für kostenlose Rechtshilfe zur Verfügung stünden (das hat mit dem verhandelten Sachverhalt nichts zu tun). Für die Ernennung von Pflichtanwälten würde eine wöchentliche Liste erstellt. Für die Pflichtverteidiger von Alexandros Yiotopoulos hätte das Gericht die Liste vom 14. Dezember benutzen müssen. Die jährliche Liste, die das Gericht angeblich benutzt habe, existiere nicht.

Die Staatsanwältin erklärte, diesen Vorgang würde sie nicht kommentieren, worauf Yianna Kourtovic erstaunt reagierte und die Frage stellte, wie es möglich sei, dass das Gericht beteuere, kein Interesse an der illegalen Ernennung von Anwälten zu haben, sich dann aber, wenn sie bewiesen sei, nicht dafür interessiere.

Dimitris Koufotinas sagte auch etwas zu diesem Punkt: Ist es möglich, dass sie diese Angelegenheit nichts angeht? Am Anfang des Prozesses verlangte das Gericht Sanftmut, wobei es jetzt die Formalitäten ihres eigenen Gesetzes hinter sich lässt. Dies ist ein ernsthafter Angriff sowohl gegen seine Integrität als auch gegen die der Anklage."

Der Anwalt von Savvas Xiros, Yiorgotos Gountoynas, legte ein Gesuch auf Einstellung der Strafdurchführung vor, wobei er kontinuierlich vom Vorsitzenden Richter unterbrochen wurde. In provozierender Weise erklärte der Staatsanwalt, dass dieser Antrag an eine andere Stelle gerichtet werden müsse und einige Anwälte offensichtlich versuchen würden, das Verfahren zu verzögern. Der Richter erlaubte nicht. den Antrag vorzulesen und wies ihn zurück. Das bedeutet, dass der beinahe blinde und gehörlose Savvas Xiros weiterhin im Gefängnis bleiben muss, ohne medizinische Versorgung und ohne die Möglichkeit, dem Verfahren beizuwohnen.

Hippocrates Milonas, der Anwalt von Vassilis Georgatos verlangte in einem Einwand die Beschreibung der genauen Vorwürfe gegen die Angeklagten, statt einer allgemeinen Liste von gebrochenen Gesetzen, damit die Verteidigung sich vorbereiten könne. Ohne auf die Einwände einzugehen, wurde der Antrag zurückgewiesen.

Ohne eine Pause begann das Gericht einen der wichtigsten Einwände zu verhandeln, der die Ausgangsvorbehalte der Angeklagten betrifft.