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in Athen 2006


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184. Verhandlungstag, Mittwoch, 20. Dezember 2006

Im Schnellverfahren (wenn die „Auszeiten“ des Gerichtes unberücksichtigt bleiben, dauert das Ganze nicht einmal zwei Stunden) wird der Befangenheitsantrag von Giotopoulos gegen alle fünf Richter abgelehnt. Im einzelnen:

Zunächst erläutert Rechtsanwalt I. Mylonas den Antrag seines Mandanten. (Für die Erörterung des Befangenheitsantrages, die von einem anderen Gericht geprüft wird, konnte der Angeklagte RA Mylonas als Vertrauensanwalt einsetzen.) Mylonas führt aus, sein Mandant habe in einigen Punkten seine Einstellung geändert. Ihm sei klargeworden, dass es für die Vorbereitung einer Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte der Erfahrungen aus dem Berufungsverfahren bedürfe. Deswegen sei er zurückgekehrt, um wieder am Prozess teilzunehmen.

Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch die Staatsanwältin des Berufungsverfahrens (Giotopoulos hat seinen Befangenheitsantrag nur gegen die Richter gestellt), beantragt erwartungsgemäß die Ablehnung des Antrages. Der Vertreter der angloamerikanischen Interessen auf der Bank der Nebenkläger – der einzige Nebenklägervertreter, der durchgängig dem Verfahren beiwohnt – beantragt sogar die Ablehnung des Antrages als „unzulässig“.

Von Seiten der Angeklagten erhält Giotopoulos – trotz seiner ablehnenden Haltung gegenüber manchen Mitangeklagten, allen voran Koufodinas und Christodoulos Xiros – Unterstützung. Im einzelnen äußern sich Koufodinas, Chr. Xiros und der mit Giotopoulos auf einer Verteidigungslinie liegende V. Tzortzatos.

185. Verhandlungstag, Donnerstag, 21. Dezember 2006

Als die Richter des Berufungsverfahrens wieder eingezogen sind, ergreift die Staatsanwältin die Gelegenheit, in einer ihrer Herzensangelegenheiten fortzufahren. Nachdem der Einspruch der Verteidigung gegen die Verwendung der vorprozessualen Aussagen von Savvas Xiros, weil die Aussagen unter Folter erlangt worden seien, abgelehnt wurde, will die Staatsanwältin diese nun verlesen und damit offiziell zum Bestandteil der Beweisaufnahme erklären lassen. Die Verteidigung erläutert mittels verschiedener Einsprüche, dass dies der Strafprozessordnung widerspreche. Beispielsweise verbiete diese, einen Angeklagten gegen seinen Willen zum Zeugen zu machen. Dies gelte besonders im Falle von Savvas Xiros, dem vom Gericht die Teilnahme am Verfahren verwehrt worden sei.

Ohne dass über die Einsprüche der Verteidigung entschieden wird, unterbricht der Richter am Ende des Verhandlungstages das Verfahren für die Weihnachtspause. Weiter geht es am 27.12.