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Soli
- 13.11.02 von FAU-Ffm
Freiheit für Giannis
Serifis - Das neue 'Antiterrorgesetz' im Einsatz
Am
Sonntag dem 27. Oktober 2002 wurde der 63jährige antiautoritäre
Syndikalist Giannis Serifis unter dem
Vorwurf der Mitgliedschaft in der "terroristischen Vereinigung
<17.November>" und der Beteiligung an der Ermordung des
CIA - Chefs Richard Welch 1975 in Athen verhaftet.
Nach monatelanger
staatlicher und medialer Vorbereitung will der griechische Staat
im Zuge des sogenannten Kampfes gegen
den Terrorismus noch ein paar alte Rechnungen begleichen.
In der Vergangenheit
wurden Angeklagte, die wegen Konstrukten der Verfolgungsbehörden
und des starken Drucks der USA als "Topterroristen" vor
Gericht standen, wiederholt durch die Stimmenmehrheit der Schöffen
gegenüber den Berufsrichtern, freigesprochen.
Das Anfang des
Jahres verabschiedete "Antiterrorgesetz" ersetzt die bisherigen
Schöffengerichte durch einen Staatsschutzsenat. Dieser soll der
griechischen Justiz die Möglichkeit geben unbequeme Personen aburteilen
zu können.
Angesichts dieser
neuen Möglichkeiten, tauchen seit einiger Zeit in der Presse wieder
die Namen bekannter Anarchisten auf. Es sind genau diejenigen Aktivisten,
die schon in den 80er und 90er Jahren erfolglos von der griechischen
Polizei zu "Topterroristen" aufgebaut werden sollten.
So ist es nicht
das erste Mal, das Giannis Serifis kriminalisiert
wird. Er ist seit Jahrzehnten einer der "üblichen Verdächtigen"
wie die Aktivisten der antiautoritären, anarchistischen Bewegung
in Griechenland genannt werden, die seit den 70er Jahren nach jedem
Anschlag einer Stadtguerillagruppe als Beschuldigte ins Visier der
staatlichen Verfolgungsbehörden geraten.
1973 wurde er von
der damaligen Militärjunta zum ersten Mal (in Abwesendheit) wegen
seiner antidiktatorischen Aktivitäten im deutschen Exil verurteilt.
Nach dem Sturz
der Junta (1974) kehrte er 1976 nach Griechenland zurück und baute
bei AEG - Athen eine unabhängige Gewerkschaft auf. Mit dieser gelang
es in einem 77-tägigen Arbeitskampf (gegen die offiziellen Gewerkschaften)
einen Sieg über AEG (höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, mehr
Urlaub) zu erringen. Als 1977 bei einem Anschlag auf AEG - Athen
einer der mutmaßlichen Attentäter erschossen wurde, wurde Serifis
sowohl der Anschlag als auch der Mord vorgeworfen.
Nach eineinhalb
Jahren U-Haft wurde Serifis freigesprochen.
In den 80er Jahren baut er wieder eine freie Gewerkschaft der Beschäftigten
im öffentlichen Nahverkehr in Athen auf. Immer wieder gerät er unter
"Terrorismusverdacht".
Serifis selbst kritisierte immer wieder den "stalinistisch
- zentralistischen Charakter" des <17.November> und bestreitet
jede Verbindung zu der Organisation.
Zu seiner jetzigen Verhaftung sagt er: "Sie wollen durch meine
Kriminalisierung all jene verleumden, die gegen die Junta gekämpft
haben und statt sich zu korrumpieren auch weiterhin unnachgiebig
Widerstand leisten. Der Schlag richtet sich gegen alle, die sich
dem Aufbau einer unabhängigen, klassenkämpferischen Bewegung widmen.
Es geht ihnen um die Verleumdung der revolutionären Linken und der
antiautoritären und anarchistischen Bewegung."
Nach seiner Verhaftung
kam es in Athen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei als versucht
wurde seinen Abtransport ins Gefängnis Korydallos
zu verhindern. In Thessaloniki demonstrierten am 7. November 800
Menschen für seine sofortige Freilassung.
http://www.fau.org/fau/www.fau.org/artikel/art_030413-123311
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