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Jungle World: Nr. 38/2002 - 11. September 2002

Ende der Jagdsaison

Griechenland. Obwohl die Fahndung auf vollen Touren lief, konnte das am dringendsten gesuchte Mitglied der Stadtguerillagruppe 17. November, Dimitris Koufodinas, unerkannt in ein Taxi steigen und vor der Athener Polizeizentrale vorfahren. Dort stellte er sich am Donnerstag der vergangenen Woche den griechischen Behörden. Einen Tag später erklärte ein Regierungssprecher, die "Jagd" nach den Mitgliedern des 17. November sei beendet. Allerdings werde weiterhin gegen einige Gruppierungen ermittelt, die sich in der Umgebung der Stadtguerilla bewegt haben sollen (Jungle World, 36/02). Seit Juli nahmen die Behörden 16 mutmaßliche Mitglieder des 17. November fest. Der Organisation werden 22 politische Morde zur Last gelegt, die in den Jahren zwischen 1975 und 2000 begangen worden sein sollen.

Im Gegensatz zu den meisten seiner ehemaligen Genossen schloss Koufodinas jede Zusammenarbeit mit der Polizei aus. "Ich übernehme die politische Verantwortung für all das, was der 17. November in Wirklichkeit getan hat, aber nicht für das, was in der Anklageschrift steht", erklärte er. Koufodinas bezeichnete sich als Leitfigur der Gruppe und als politischer Gefangener. Die Vision von einer sozialistischen Gesellschaft sei die Motivation für seine Aktionen gewesen. Er soll an allen 90 Anschlägen und Raubüberfällen der Guerilla beteiligt gewesen sein.