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in Athen 2006


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Bericht von einer Rundreise und Veranstaltungen in Solidarität mit den griechischen Gefangenen nach Ljubljana, Udine, Belgrad, Prag und Zagreb

Auf der Reise haben wir in jedem Land nur in einer Stadt eine Versammlung gemacht, da unsere Kräfte beschränkt sind und wir denken, dass es in Ländern ohne starke revolutionäre Bewegung nicht hilfreich ist, einen Schwerpunkt der Arbeit auf die Solidarität mit den griechischen Gefangenen zu legen, sondern es genug ist eine Veranstaltung zu machen, die die Botschaft der Solidarität in die griechischen Gefängnisse schicken kann.

Die teilweise sehr langen (bis zu fünf Stunden) Veranstaltungen waren in zwei große Blöcke aufgeteilt. Der erste war nochmals in drei Abschnitte aufgeteilt, nach jedem Block konnten Fragen gestellt werden:

1) Die revolutionäre Geschichte Griechenlands von der Diktatur (1967) bis 2002, mit Schwerpunkt auf zwei kommunistischen Gruppen: 17. November und ELA

2) Die neuere Geschichte von 2002 bis jetzt. Information über die wegen Mitgliedschaft in den beiden oben genannten Gruppen Angeklagten, über die Prozesse und die Spezialgefängnisse

3) Solidaritätsbewegung

Nach einer Pause haben wir Dias und Filme über alles, worüber wir vorher gesprochen haben und über riots und Kämpfe mit der Polizei gezeigt. Wir haben die Fälle von anarchistischen und einigen sozialen Gefangenen geschildert.

Wir sind sehr zufrieden, da alle Treffen durch die gute Organisation und dem großen Interesse der ZuhörerInnen erfolgreich waren. Wir haben dadurch Druck auf den griechischen Staat ausgeübt, die Genossen freizulassen. Außerdem haben wir den Gefangenen gezeigt, dass die Solidarität international ist und dass sie nicht allein sind.

anarchist black cross (Thessaloniki)

Hier noch die Fälle einiger Gefangener:

Ioannis Dimitrakis wurde am 16. Januar 2006 bei einem Banküberfall verhaftet und durch Polizei-Schüsse verwundet. In einem Brief stellte es klar, dass er den Überfall aus persönlichen Gründen begangen hat, aber froh wäre wenn ein Teil des Geldes für politische Belange verwendet werden könnte.

Nachdem vier Gefangene bei einem Feuer gestorben waren, sind am 3. März 2006 zwei Banken und ein Regierungsgebäude in einer Solidaritätsaktion angegriffen worden. Dass diese in der Nähe der Universität von Athen sind, hat die Polizei zum Anlass genommen, eine Party zu räumen und eine Frau zu verhaften. Sie ist immer noch im Gefängnis.

Bei der Demo gegen Condoleezza Rice am 24. April 2006 wurde ein 16jähriger Junge verhaftet. Er wurde zwar inzwischen wieder freigelassen, steht aber unter der Aufsicht eines Sozialarbeiters.

Vom 5. bis 7. Mai 2006 fand das anarchistische Forum in Athen statt. Auf der Demo am 6. Mai haben die Demonstranten die Polizei, Banken und andere kapitalistische Symbole angegriffen. Vier Leute wurden verhaftet. Einer von ihnen ist Tarasios Zantorozni aus der Ukraine. Die Genossen Nikos Goudardas und Malindretos werden beschuldigt, den Präsidenten der reformistischen Syndikalisten nach der Demo geschlagen zu haben. Malindretos wurde wegen psychologischer Probleme freigelassen. Goudardas ist noch im Gefängnis.

Zwei der drei Genossen, die beschuldigt werden, ein Auto der Anti-Riot-Einheiten angegriffen zu haben und die im Juli 2006 verhaftet wurden, sind frei. Der dritte Genosse ist noch im Gefängnis. Ihre Namen sind: Karasarinis, Aspiotis, Giorgos Kalaitzidis (noch im Gefängnis).

 

Kontaktaufnahme über:
(Name)
Gefängnis von Koridallos
Athen
18110
Griechenland