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Anti-Folter-Komitee rügt Stockschläge in griechischem Kommissariat


Experten beklagen verheerende Zustände in überfüllten Zellen
 
Straßburg, 19. Dezember (AFP) - Der Europarat hat brutale Vorgänge in griechischen Polizeikommissariaten und teilweise verheerende Zustände in den Haftanstalten des Landes gerügt. Trotz einiger Verbesserungen in den letzten Jahren sei der Weg zu zufriedenstellenden Verhältnissen "noch weit", stellte das Anti-Folter-Komitee der Länderorganisation in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht fest. Das Dokument bezieht sich auf den Besuch einer Delegation des Komitees vom Herbst 2005. Der Europarat in Straßburg durfte es erst jetzt - nach Zustimmung der griechischen Regierung - veröffentlichen.

Im Polizeikommissariat von Athen trafen die Delegationsmitglieder - Ärzte, Juristen und Strafvollzugsexperten - mehrere Festgenommene, die nach eigenem Bekunden von Polizisten mit Stockschlägen und Fußtritten malträtiert worden waren. Einige wiesen Spuren von Verletzungen auf, die ihre Aussagen untermauerten. In einem anderen Polizeizentrum der griechischen Hauptstadt, wo besonders viele Migranten festgehalten werden, fanden sie schmutzige, kaum belüftete und völlig überfüllte Zellen vor.

In einem Abschiebezentrum südlich von Athen traf die Delegation einen psychisch kranken Chinesen, der seit eineinhalb Jahren keinerlei Kontakt zu Angehörigen hatte aufnehmen können. Der Leiter des Zentrums sagte, er wisse nichts von der Präsenz des Mannes.

Ein grundsätzliches Problem ist dem Bericht zufolge die völlige Überbelegung vieler Haftanstalten: Zur Zeit des Besuchs mussten sich 9400 Häftlinge 5500 Plätze teilen. Griechenland wurde aufgefordert, dringend die ärztliche Versorgung der Häftlinge und die hygienischen Bedingungen der Gefängnisse zu verbessern.