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Auszug aus:

Arbeiterkampf / Zeitung des Kommunistischen Bundes / Nr. 325 / 10.12.1990

Zwischen Spitzbergen und Sizilien: Geheimarmeen gegen den Kommunismus

Ein großer Teil der aktuellen Enthüllungen über Gladio-Strukturen in nahezu allen westeuropäischen Ländern bezieht sich auf längst Bekanntes. Aber erst im internationalen Überblick wird die Dimension des von der CIA initiierten "Netzwerks" deutlich. Dem alliierten Geheimkomitee, das die nationalen Aktivitäten zur vorbeugenden " counterinsurgency " (Aufstandsbekämpfung) koordiniert, gehören Vertreter der Geheimdienste aus acht Ländern an: Großbritannien, Frankreich, Belgien, der Bundesrepublik, Luxemburg, den Niederlanden, Italien und den USA. Im folgenden Stichworte zu ausgewählten Sektionen der internationalen antikommunistischen Bürgerkriegsarmee.

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Griechenland

"Griechenlands geheime Guerillaeinheiten für den Fall eines kommunistischen Putsches oder einer Invasion durch Armeen des Warschauer Paktes waren besser ausgerüstet und verfügten über mehr Personal als ihre Kameraden in anderen Ländern der Allianz" ("Der Spiegel", 48/1990). Über 800 Waffenverstecke standen ihnen zur Verfügung. Die Truppe mit dem Namen " Sheep skin " (Schafsfell) zählte 1.500 Mann - vor allem Offiziere von Spezialeinheiten und Gebirgsjägerreservisten - und sollte im Ernstfall auf 3500 Mann aufgestockt werden. Ebenso wie der militärische "Zentrale Informationsdienst" (KYP) wurde sie mit massiver CIA-Unterstützung aufgebaut. Die rechten Obristen um Papadopoulos brauchten 1967 bei ihrem Putsch "nur einen Plan zu realisieren, der schon 1950 in Zusammenwirken mit der NATO für den Fall eines kommunistischen Angriffs erarbeitet worden war" (ebd.). Darüber hinaus wird vermutet, dass " Sheep skin " oder andere bewaffnete Banden ehemaliger Soldaten und Militärpolizisten in ihrem Umfeld an mindestens drei blutigen Bombenanschlägen beteiligt waren. Das letzte Attentat dieser Art liegt gerade ein Jahr zurück: "Im Oktober 1989 zerriss auf der Insel Lesbos ein Sprengsatz das Stadttheater, kurz bevor der damalige Oppositionsführer und heutige Ministerpräsident Konstantin Mitsokakis seine Rede beginnen konnte. Einziges Opfer war der Bombenleger selbst, ein Unteroffizier der Luftwaffe und Geheimagent namens Michalis Pavlis " (ebd.).

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