19.09.2006-Griechenland-Türkisch Griechische
Grenze beim Evros Fluß
Flüchtlinge als Minensucher für türkisches
Militär.
Das türkische Militär arbeitet mit
Menschenhändlern zusammen, die Flüchtlinge in die Minenfelder
auf griechischer Seite schicken, damit die türkischen Streitkräfte
einen Einblick in die Position und den Zustand der Minenfelder
bekommen. Das berichete die Tageszeitung
Eleftherotypia. Eine Gruppe iranischer Flüchtlinge,
darunter zwei Kinder, vier Frauen und drei Männer, lief vergangene
Woche in ein Antipersonenminenfeld auf der griechischen Seite
der Grenze am Evros-Fluß. Bei der Explosion wurden zwei der Männer
leicht verletzt, sie
wurden ins Krankenhaus in Didymothicho gebracht.Die
Flüchtlinge hatten einen von Hand gemalten Lageplan der Grenzregion
bei sich. Die angeblich sicheren Pfade führten sie jedoch direkt
in besagtes Minenfeld. Vor etwa zwei Wochen waren zwei kurdische
Flüchtlinge in einem Minenfeld auf der griechische Seite der Grenze ums Leben gekommen.
Griechenland Zeitung 27.09.06
21.9.2006 Chania-Kreta
Demonstration von Flüchtligsunterstützungs
Gruppen um dagegen zu protestieren, dass Ärzten und Amnesty International
der Zutritt zu dem Lager, in dem Flüchtlinge festgehalten werden,
von der Polizei verboten wird.
25.09.2006 Insel Chios
Dachbesetzung des Container-Lagers
auf der Insel Chios in Mersinidi
Die gefangenen Flüchtlinge von Mersinidi
sind heute aufs Dach gestiegen, um gegen ihre Lebensbedingungen
zu protestieren.Mit einem Offenen Brief machen sie öffentlich,
dass sie mit 21 Mensche in einem Container leben müssen, 90 von
ihnen haben keine Schuhe, keine Seife, keine Decken, kein Wasser.
Das Essen ist nicht essbar. Sie haben Gesundheitsprobleme und
der einzige Krankenwagen des Ortes ist kaputt. Das Solidaritätskomittee
für die Rechte der Flüchtlinge hat das alles bestätigt und fordert
die Verwaltung auf, sich um die Belange der 225 Menschen zu kümmern.
Brief aus dem Lager:
"An Jeden, den es interessiert,
Wir die Flüchtlinge in diesem Lager
(Mersinidi) haben jede Hoffnung aufgegeben und weil wir uns darüber
beschweren wollen, schreiben wir an Euch als unsere letzte Hoffnung.
Wir haben uns beschwert und geschrien
über unsere Lebensbedingungen hier, und trotzdem zeigt niemand
Interesse. Wir sind 225 Menschen in diesem Lager, seit mindestens
2 Wochen und 190 seit einem Monat.Die Kapazität des Lagers ist
108 Menschen. In jedem Container leben etwa 21 Menschen, schlafen
einer über dem anderem. Etwa 90 von uns haben keine Schuhe, keine
Kleidung, Geschirr, Seife, Decken.Die Klos sind verstopft und
das laufenede dreckige Wasser stinkt und lässt uns nicht schlafen.Die
Krankheiten werden immer mehr und keiner interessiert sich. Die
Polizei verteilt Panadol (Beruhigungsmedikament). Zwei Mahlzeiten
reichen nicht, das Brot ist steinhart und meistens ist das Essen
verdorben. Und die immer grössere Anzahl der Gefangenen macht
die Probleme noch grösser ohne unseren Willen. Wir fühlen uns
wie in einem verlassenem Gefängnis, niemand redet mit uns und
wenn wir die Polizei informieren, sagen sie, es wäre ihre Sache.
Deswegen bitten wir euch Organisationen und Behörden
zu informieren, dass sie uns retten, weil die Bedingungen sind
unerträglich und die Situation ist inhuman.
Wir wissen nicht welche Straftat wir
begangen haben, um so eine harte Strafe verdient zu haben.
Wir sind vom Krieg geflohen, von Hungersnot,
von Unterdrückung und Angriffe gegen unsere Völker und kamen um
Schutz zu finden in einem Land des Friedens.
Wir rufen um Hilfe jeder Organisation,
das Rote Kreuz, die Menschenrechte, die Vereinte Nationen und
jeder Staatsmacht.
Wir bitten um Hilfe Griechenland und
das zivilisierte Europa.
Die Gefangenen von Mersinidi."
Ta Nea 27.09.2006 Griechenland --Insel Siros
Dienstag Abend
wurde ein Fischerbot mit 61 indische Menschen zwischen Siros und
Mikonos festgehalten. Die Wasserrschutzpolizei hat die Fischer
festgenommen und die Flüchtlinge in ein Steinhaus, was als Theater
dient, gebracht. Es wurde die übliche Gesundheitsuntersuchung
gemacht und es wurde behauptet, dass sie bald nach Lavrio (Ort
in der Nähe von Athen, wo die einzige staatliche, aber vom Roten
Kreuz verwaltete Erstaufnahme-Einrichtung ist).
Das Fischerbot Sea Gull kam aus dem Hafen von
Konakri in Afrika.
28.09.2006 Griechenland-Insel Kreta
Heute morgen wurden
zufällig 59 Ägypter endeckt, während sie versuchten aus dem Fischerbot,
das sie transportiert hatte, auf kleinere Boote umzusteigen, um
nach Heraklion zu kommen. Die Wasserschutzpolizei hat 49 festgenommen
und sucht noch nach 12 Menschen. Das Kaiki (Fischerbot) wurde
durchsucht und es wurden persönliche Gegenstände und 5 Ausweise
gefunden. Die festgenommenen Flüchtlinge wurden die erste Nacht
bei der Polizei in Zellen gehalten dann aber wegen Überfüllung
in einem Hotel bei Skaleta nach der Stadt Rethymnon gebracht.
Alle sind gesund.
28.09.2006 Athen - Griechenland hält Minderjährige
Flüchtlinge seit 3 Monate im Gefängnis.
Sinigoros tou Pediou --Eine Unabhängige
Organisation für die Rechte der Kinder berichtet, dass sie bei
einem Besuch im Gefängnis der Ausländerpolizei in Athen Alodapon,
42 minderjährige Gefangene, die unter ganz schlechten Haftbedingungen
nur mit der Begründung, dass sie ohne Papiere seien, getroffen
haben.Die Organistaion hat den Premierminister und die Regierung
aufgefordert, sich an internationales Recht zu halten und die
Minderjährigen frei zu lassen.
Eleftherotypia 28.09.06